Es mag sein, dass in den letzten Monaten die Frage nach dem Grundeinkommen durch die Vielzahl anderer spektakulärer Nachrichten etwas in den Hintergrund getreten ist. Aktuell ist dieses Thema nach wie vor, nicht zuletzt durch die Entwicklungen in Europa, deren Auswirkungen uns wohl in der allernächsten Zeit immer bewusster werden dürften.
Der Paradigmenwechsel hin zu einer solidarischeren Gesellschaft lässt sich unter anderem durch die stetig wachsenden sozialen Netzwerke wie Twitter oder Facebook erkennen. Auch wenn in der letzten Zeit immer wieder davon die Rede ist, dass die Nutzerzahlen zurückgehen, diese Entwicklung ist nicht aufzuhalten. Wenn nicht Facebook, dann kommt etwas anderes. Es entwickeln sich - derzeit noch lose - Strukturen, die geeignet sind, der Politik Feuer unter dem Hintern zu machen.
Einen Vorgeschmack auf die Möglichkeiten der neuen sozialen Bewegungen und ihre Relevanz, bieten - so mein Eindruck - auch die öffentlichen Diskussionen um die diversen Doktorarbeiten einiger politischer "WürdenträgerInnen". Das Credo "Augen zu und durch", dass die politische Landschaft noch zu Zeiten eines Helmut Kohl prägen konnte, ist verblasst und taugt kam mehr zur Zukunftsgestaltung. Stuttgart21, Lebensmittelskandale oder Fukushima und die Diskussion um den Atomausstieg haben den Menschen nachhaltig die Augen geöffnet.
Gleichwohl zeigt sich beim Thema Grundeinkommen, dass es für manchen immer noch nicht so leicht ist, eigentlich Selbstverständliches wie zum Beispiel einen Wikipedia-Eintrag für die Grundeinkommensaktivistin Susanne Wiest zu akzeptieren, die es mit ihrer Petition zum bedingungslosen Grundeinkommen geschafft hat, dass auch die etablierten Medien sich ausgiebig mit dem Thema Grundeinkommen beschäftigt haben, was vorher eher am Rande stattgefunden hatte. Dem aufgeklärten und an der Entwicklung der sozialen Gestaltung in Deutschland interessierten Zeitgenossen will es nicht so ganz einleuchten, warum eine Fußballspielerin bei Wikipedia verwewigt wird, ein Eintrag über Susanne Wiest jedoch wegen Irrelevanz gelöscht wird. An diesen Vorgängen ist vielleicht auch abzulesen, wo - immer noch - bestimmte Interessen und Prioritäten liegen und wieviel Anstrengung notwendig ist, um einen echten Paradigmenwechsel, wie den oben angesprochenen, zu verwirklichen.
Es ist mitnichten nötig, angesichts all der Schreckensnachrichten der letzten Zeit den Untergang des Abendlandes herbeizufabulieren, der Blick durch die Zwischenräume duch den Lattenzaun der eigenen Erkenntnis könnte hier schon einiges bewirken. Und noch ein Letztes: Auch wenn die Versuche nicht aufhören, die Erkenntnisse Rudolf Steiners gerade auch für den Bereich des sozialen Zusammenlebens von Menschen immer wieder zu diskreditieren, wird es sich zeigen, das wir um eine grundlegende Veränderung unseres Bewusstseins nicht herumkommen. Hier hat die Anthroposophie einiges zu sagen. Freiheit ist eben nicht nur die Möglichkeit, sich ohne weitere Einschränkungen auf einem Markt der unbegrenzten Möglichkeiten zu tummeln, sondern beinhaltet auch die Anerkennung der Würde des Individuums. Das es sich hierbei nicht um hohle Phrasen handelt, zeigt unter anderem auch der Film "Grundeinkommen - Ein Kulturimpuls" von Enno Schmidt und Daniel Häni von der Grundeinkommensinitiative Basel.
Zum Thema Grundeinkommen auch ein aktueller Beitrag
von Michael Opielka bei Themen der Zeit
Donnerstag, 30. Juni 2011
Stellenanzeigen bei Themen der Zeit?
Warum nicht, fragen wir und machen den Anfang mit der Anzeige der Kooperative Dürnau, die uns gefragt haben, ob nicht durch Themen der Zeit eine Stellenanzeige veröffentlicht werden könnte. Machen wir doch, denn überall dort, wo es um sinnvolles Arbeiten und praktisches soziales Zusammenleben geht, nehmen wir gern Anteil und unterstützen diese Bemühungen nach Kräften. Wir bringen also in der rechten Spalte neben der Pressemitteilung der Freien Hochschule in Mannheim zum Thema "Die Menschheit an der Schwelle" zur Anzeige: Die Kooperative Dürnau sucht eine/n neue/n Mitarbeiter/in. Einfach mal angucken, die Anzeige. hier >
Donnerstag, 10. Februar 2011
Ein Lichtlein...
Dass der selbsternannte Sektenjäger und Anthrohasser Andreas Lichte auf den Kommentarseiten mancher Blogs noch ernstgenommen wird, ist genauso wenig nachzuvollziehen wie die Antwort auf die Frage, was für einen Narren die Ruhrbarone eigentlich an diesem Rumpelstilzchen gefressen haben könnten. Man mag sich kaum ausmalen, wie erfolgreich dieser Lichte als Alleinunterhalter auf einem Kreuzfahrtschiff wäre, wenn er seine - natürlich in ein solches Genre transformierten - Qualitäten an der Farfisa-Orgel ausleben könnte. (Gibt´s so etwas überhaupt noch?)
Bei Bloggern ist Michael Eggert vom Egoistenblog durch seine Geduld im Hinblick auf so genannte Trolls bekannt. Jetzt ist aber auch ihm - mal wieder - der Kragen geplatzt. Vermutlich wird sich Lichte bald auf irgendeinem Eso- oder sonstigen Blog dafür bedanken, dass ihm mal wieder so viel Aufmerksamkeit verschafft wurde.
Als ungenießbar zu gelten, scheint Herr Lichte tatsächlich zu genießen. Vielleicht ist aber doch hin und wieder die Frage gestattet, ob er keine Verwandten oder sonstigen Angehörigen hat, die mal mit ihm zum Arzt gehen.
Und, manchmal aber ist es auch wirklich ratsam, einen Punkt zu machen. Wie die geneigte Leserschaft in Bälde erleben wird, ist es in manchen Fällen aber noch nicht einmal nötig, eine Kostenübernahmebestätigung der Rechtsschutzversicherung abzuwarten.
Bei Bloggern ist Michael Eggert vom Egoistenblog durch seine Geduld im Hinblick auf so genannte Trolls bekannt. Jetzt ist aber auch ihm - mal wieder - der Kragen geplatzt. Vermutlich wird sich Lichte bald auf irgendeinem Eso- oder sonstigen Blog dafür bedanken, dass ihm mal wieder so viel Aufmerksamkeit verschafft wurde.
Als ungenießbar zu gelten, scheint Herr Lichte tatsächlich zu genießen. Vielleicht ist aber doch hin und wieder die Frage gestattet, ob er keine Verwandten oder sonstigen Angehörigen hat, die mal mit ihm zum Arzt gehen.
Und, manchmal aber ist es auch wirklich ratsam, einen Punkt zu machen. Wie die geneigte Leserschaft in Bälde erleben wird, ist es in manchen Fällen aber noch nicht einmal nötig, eine Kostenübernahmebestätigung der Rechtsschutzversicherung abzuwarten.
Mittwoch, 10. November 2010
Geschichte...
Unmittelbar, nachdem in Karlsruhe der damalige Generalbundesanwalt Siegfried Buback, sein Fahrer und ein Mitfahrer erschossen wurden, stand ich mit einem Kollegen - und meinem Auto - am Parkeingang zur Villa Hammerschmitt in Bonn, durch den man gleichzeitig zu einer Abteilung des Auswärtigen Amtes kam. Ich wurde freundlich ins Wachhäuschen gebeten, zwecks Identifizierung und Zugangs- oder Einfahrtsberechtigung, als im Wachhäuschen das Telefon klingelte. Danach war die Welt, und ich glaube, nicht nur in Bonn, irgendwie noch einmal ein bisschen anders. Nein, natürlich ist mir nichts passiert. Wäre ich aber vorher zum Frisör gegangen... Trotzdem, vor all zu großen Wartezeiten bei Polizeikontrollen hat mich in jener Zeit wohl mein damaliges Erscheinungsbild gerettet. Welcher Terrorist oder "Sympathisant" trug schon Krawatte? Vielleicht ist es das, was mich dazu bewogen hat, dieses Buch zu besprechen. Keine Angst, es wird nicht persönlich. Aber: Wann ist Geschichte Geschichte?
Mittwoch, 13. Oktober 2010
Verena Becker und der Verfassungsschutz
Das Thema: die "Rote Armee Fraktion" und der Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback 1977.
Die Tageszeitung widmet sich in einem ganzseitigen Artikel einem Buch von Wolfgang Kraushaar: "Verena Becker und der Verfassungsschutz." In diesem Buch werden, so Taz-Autor Wolfgang Gast, "jede Menge neuer Fragen" aufgeworfen. Wer sich den Schlussfolgerungen Kraushaars anschließe, "der muss am Ende konstatieren, dass eine Mitarbeiterin des Verfassungsschutzes in die Vorbereitung und Durchführung des Buback-Mordes eingebunden war - und Verena Becker eine Topquelle der Verfassungsschützer in der Spitze der RAF war." Starker Tobak also, der zwar keine Beweise, sondern offensichtlich nur "Indizien" liefert, dennoch aber Wasser auf die Mühlen von Michael Buback sein könnte, der im Prozess gegen Verena Becker als Nebenkläger auftritt und dem es nach eigenen Angaben um Klarheit bei der Frage der Aufklärung des Mordes an seinem Vater, dem damaligen Generalbundesanwalt Siegfried Buback, geht. Buback war im Herbst 1977 erschossen worden. Überschrieben ist der Artikel von Wolfgang Gast in der Tageszeitung mit: "Ein Buch, das Ärger machen wird". Auch Themen der Zeit wird sich in den nächsten Tagen näher mit diesem neuen Buch von Wolfgang Kraushaar beschäftigen.
Wolfgang Kraushaar: "Verena Becker und der Verfassungsschutz"
Hamburger Edition, 2010
203 Seiten, 16 Euro
Die Tageszeitung widmet sich in einem ganzseitigen Artikel einem Buch von Wolfgang Kraushaar: "Verena Becker und der Verfassungsschutz." In diesem Buch werden, so Taz-Autor Wolfgang Gast, "jede Menge neuer Fragen" aufgeworfen. Wer sich den Schlussfolgerungen Kraushaars anschließe, "der muss am Ende konstatieren, dass eine Mitarbeiterin des Verfassungsschutzes in die Vorbereitung und Durchführung des Buback-Mordes eingebunden war - und Verena Becker eine Topquelle der Verfassungsschützer in der Spitze der RAF war." Starker Tobak also, der zwar keine Beweise, sondern offensichtlich nur "Indizien" liefert, dennoch aber Wasser auf die Mühlen von Michael Buback sein könnte, der im Prozess gegen Verena Becker als Nebenkläger auftritt und dem es nach eigenen Angaben um Klarheit bei der Frage der Aufklärung des Mordes an seinem Vater, dem damaligen Generalbundesanwalt Siegfried Buback, geht. Buback war im Herbst 1977 erschossen worden. Überschrieben ist der Artikel von Wolfgang Gast in der Tageszeitung mit: "Ein Buch, das Ärger machen wird". Auch Themen der Zeit wird sich in den nächsten Tagen näher mit diesem neuen Buch von Wolfgang Kraushaar beschäftigen.
Wolfgang Kraushaar: "Verena Becker und der Verfassungsschutz"
Hamburger Edition, 2010
203 Seiten, 16 Euro
Montag, 10. Mai 2010
Mitte

Neulich war ich mal in Basel. Die Gelegenheit war günstig und so stattete ich dem "Unternehmen Mitte" einen kurzen Besuch ab. Benjamin Hohlmann hatte auch ein bisschen Zeit für mich, erzählte mir von dem Projekt und lud mich sogar zu einer kleinen Führung ein. Mich hat dieses Konzept einer freien Unternehmung ziemlich beeindruckt und ich werde sicher nicht zum letzten Mal dort einen Espresso getrunken haben. Demnächst werde ich etwas eingehender über dieses Unternehmen berichten, das ja auch in Bezug auf das Grundeinkommen nicht ganz unbekannt ist.
Wieder auf der Straße, wollte ich doch wenigstens ein Foto machen. Viel ist nicht zu sehen, aber die Kombination von dem Schriftzug über der Tür mit der vorbeifahrenden Tram fand ich dann doch einigermaßen gelungen.
Sonntag, 26. Juli 2009
Europa in der Demokratie-Krise
Europa und das Demokratieverständnis
In einem langen Aufsatz bei TdZ macht sich Wilhelm Neurohr Gedanken über das Demokratieverständnis in Europa. Bereits in seinem Buch "Europa eine Seele geben", dass wir auch bei Themen der Zeit vorgestellt haben, hatte er mehr Demokratie für Europa und eine stärkere Bürgerbeteiligung eingefordert.
Der Aufsatz sei etwas lang, schrieb uns Wilhelm Neurohr begleitend, nachdem wir ihn zu seiner Einschätzung der neulich stattgefundenen Europawahl gebeten hatten. In der Tat, er ist lang. Er beinhaltet allerdings so viele nachdenkenswerte Aspekte, dass wir diese unseren Lesern nicht vorenthalten wollen.
zum Artikel von Wilhelm Neurohr
In einem langen Aufsatz bei TdZ macht sich Wilhelm Neurohr Gedanken über das Demokratieverständnis in Europa. Bereits in seinem Buch "Europa eine Seele geben", dass wir auch bei Themen der Zeit vorgestellt haben, hatte er mehr Demokratie für Europa und eine stärkere Bürgerbeteiligung eingefordert.
Der Aufsatz sei etwas lang, schrieb uns Wilhelm Neurohr begleitend, nachdem wir ihn zu seiner Einschätzung der neulich stattgefundenen Europawahl gebeten hatten. In der Tat, er ist lang. Er beinhaltet allerdings so viele nachdenkenswerte Aspekte, dass wir diese unseren Lesern nicht vorenthalten wollen.
zum Artikel von Wilhelm Neurohr
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